Allegorie der Barmherzigkeit - allegory of Mercy - allégorie de la miséricorde - Mozartoratorium

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Liebe Leserinnen und Leser!

 

Heute möchte ich euch über die Allegorie der Barmherzigkeit erzählen.

 

In meinen Forschungen bin ich auf verschiedene Bilder zur Barmherzigkeit gestoßen. Die antike Form der Darstellung war eine stillende Frau. Die Barmherzigkeit nährt also ihre Kinder. Ein anderes Bild, das einem dazu einfällt ist der barmherzige Vater, dieses wunderbare Gemälde von Rubens, das im Original in St. Petersburg in der Eremitage zu sehen ist. 

 

 

Aber was bedeutet Barmherzigkeit? Wir neigen dazu Barmherzigkeit mit einer gewissen Art von Gleichgültigkeit oder Mitleid zu verwechseln. Die Art der Gleichgültigkeit, die ich dabei meine ist das Verständnis, dass wenn jemand einen echten Blödsinn gemacht hat, und es gerecht wäre, dass eine Strafe folgt, diese zu unterlassen. Das ist eigentlich Gnade, oder es ist diese Art etwas unter den Teppich zu kehren oder aus Mitleid zu tun. 

 

 

 

Ich hoffe ihr versteht, was ich meine. 

Barmherzigkeit hat aber weder etwas mit Gleichgültigkeit, noch wirklich mit Mitleid zu tun. Mitleid ist ein Gefühl, Barmherzigkeit aber nicht. 

Barmherzigkeit ist aber eine Charaktereigenschaft, wofür das Mitleid nicht nötig ist. Es ist eine nicht bedürftige Großherzigkeit. 

Im Christentum kennt man jeweils sieben leibliche Werke der Barmherzigkeit und sieben geistliche Werke.

 

Die sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit sind,

  • Die Hungrigen speisen.

  • Den Dürstenden zu trinken geben.

  • Die Nackten bekleiden.

  • Die Fremden aufnehmen.

  • Die Kranken besuchen.

  • Die Gefangenen besuchen.

  • Die Toten begraben.

Die sieben geistigen Werke der Barmherzigkeit sind,

  • Die Unwissenden lehren.

  • Den Zweifelnden recht raten.

  • Die Betrübten trösten.

  • Die Sünder zurechtweisen.

  • Die Lästigen geduldig ertragen.

  • Denen, die uns beleidigen, gerne verzeihen.

  • Für die Lebenden und die Toten beten.

 

Soweit kurz die Einleitung dazu, was Barmherzigkeit ist. Nun die Frage, wie Mozart sie in diesem Oratorium beschreibt. 

 

Wir wissen mittlerweile, dass Barmherzigkeit und Gerechtigkeit Schwestern sind. Mozart konzentriert sich besonders auf die geistigen Eigenschaften der Barmherzigkeit. Interessanterweise wirkt sie auf den ersten, oberflächlichen Blick, eher unbarmherzig. So diskutieren sie und die Gerechtigkeit sehr lange mit dem Christgeist über seine Bitte und erklären ihm, dass ihre Hilfe unnütz sei, bei diesem Christen. Sie gesteht ein, dass es bedauernswert ist, anzusehen, wie so viele Seelen zu Grunde gehen, sagt aber klar, dass es selbst deren Wille ist. 

 

So sagt sie: “Das erste, größte, ja das wichtigste Gebot: aus ganzer Seel‘, aus Herz und Kräften zu lieben ihren Herrn und Gott, scheint ihrem trägen Sinn gleich einer Last zu sein.“ Und ebenso „Sie lieben die Unwissenheit der Lehre ihres Heils und ihrer Schuldigkeit.“

 

Damit stellt sie klar, dass sie ihnen nicht helfen kann, wenn sie selbst nicht bereit sind zu zuhören. In ihrer Arie beschreibt sie mit einen sehr eindrucksvollen Bild den Zustand der Seelen.

 

„Ein ergrimmter Löwe brüllet, der den Wald mit Forcht erfüllet, ringsherum nach Raube sieht.

Doch der Jäger will noch schlafen, leget hin die Wehr, die Waffen, achtet Schutz und Helfer nicht.“

 

Mit dem ergrimmten Löwen ist der Weltgeist gemeint. Er schleicht und schaut, wen er verschlingen kann. Und anstatt, dass der Christ, also der Jäger, der eigentlich wissen sollte, was vorgeht, such wehrt, beschließt er lieber zu schlafen, nicht hinzusehen und sich nicht zu wehren und seine Waffen nicht zu gebrauchen. Er nützt die Mittel, die ihm Schutz bieten würden und auch die Helfer nicht.

 

Ich finde dieses Bild sehr stark, denn es zeigt nicht nur, dass der Weltgeist wie ein hungriger Löwe ist, sondern, dass der Christ eigentlich ein Jäger ist, also jemand, der für einen natürlichen Ausgleich sorgen sollte. Er geht nicht nur seiner Arbeit nicht nach, nein, er bietet sich sogar, durch das hinlegen der Waffen, dem Löwen zum Fraß an. 

 

Im weiteren Dialog zwischen Christgeist Gerechtigkeit und Barmherzigkeit stellt Barmherzigkeit klar, dass es genügend Lehrer gibt, die ihnen die Worte und die Wahrheit sagen, sie aber nicht hören wollen, sie willigt aber ein, ein letztes Mittel zu finden. Erst danach beschließt die Gerechtigkeit, durch das Einwilligen der Barmherzigkeit, dem Christen im Traum zu erschrecken, damit er aufwacht. 

Wie es endet und ob Barmherzigkeit und Gerechtigkeit mit ihrem Mittel zum Ziel gelangen, erfährt ihr im April, bei unseren Aufführungen!

 

Hier noch mehr Infos zur Produktion und zum Kartenverkauf!

 

Für heute wünsche ich euch einen wunderschönen Abend, eine gute Nacht und einen wunderschönen Morgen!

 

Eure Barbara Marie-Louise Pavelka

 

Dear Listeners!

 

Today I want to tell you about the allegory of mercy.

 

In my research I have come across various images of mercy. The ancient form of representation was a breastfeeding woman. So mercy nourishes her children. Another picture that comes to mind is the Merciful Father, this wonderful painting by Rubens, which can be seen in the original in St. Petersburg in the Hermitage. 

 

But what does mercy mean? We tend to confuse mercy with a certain kind of indifference or compassion. The kind of indifference I mean is the understanding that if someone has done some real nonsense, and it would be just that a punishment follows to refrain from doing it. This is actually grace, or it is this way of sweeping something under the carpet or doing something out of compassion. 

I hope you understand what I mean. 

 

 

But mercy has nothing to do with indifference, nor really with compassion. Compassion is a feeling, but mercy is not. 

 

But mercy is a trait of character for which compassion is not necessary. It is a generosity that is not needy. 

 

In Christianity there are seven bodily works of mercy and seven spiritual works.

 

The seven bodily works of mercy are,

 

- The hungry eat.

- Give to the thirsty to drink.

- Dress the naked.

- Take in the strangers.

- Visiting the sick.

- Visit the prisoners.

- Burying the dead.

 

The seven spiritual works of mercy are,

 

- Teaching the ignorant.

- To advise those who doubt rightly.

- The afflicted comfort.

- Reprimand the sinners.

- Patiently endure the troublesome.

- To forgive those who insult us.

- Pray for the living and the dead.

 

So much for the introduction to what mercy is. Now the question of how Mozart describes them in this oratorio. 

 

We now know that mercy and justice are sisters. Mozart concentrates particularly on the spiritual qualities of mercy. Interestingly, at first glance, it seems rather ruthless. So she and justice discuss very long with the Christian spirit about his request and explain to him that her help is useless, with this Christian. She admits that it is unfortunate to see so many souls perish, but clearly says that it is their own will. 

 

So she says: "The first, greatest, even the most important commandment: to love her Lord and God with all one's soul, heart and strength, seems to be like a burden to her lazy mind". And likewise "They love the ignorance of the doctrine of their salvation and their obligation.

 

With this she makes it clear that she cannot help them if they themselves are not willing to listen. In her aria she describes the state of souls with a very impressive picture.

 

"A fierce lion roars, filling the forest with forest, looking all around for robbery.

But the hunter still wants to sleep, puts down the weir, the weapons, does not respect protection and helpers."

 

The fierce lion is the spirit of the world. He sneaks and sees who he can devour. And instead of the Christian, the hunter, who should actually know what is going on, he decides to sleep, not to look and not to defend himself and not to use his weapons. He does not use the means that would offer him protection, nor does he use the helpers.

 

I find this image very strong, because it shows not only that the world spirit is like a hungry lion, but that the Christian is actually a hunter, someone who should provide a natural balance. Not only does he not do his job, no, he even offers himself to the lion by laying down his weapons. 

 

In the further dialogue between Christ Spirit justice and mercy, mercy makes clear that there are enough teachers who tell them the words and the truth, but do not want to hear them, but agree to find a last resort. Only then does justice, by accepting mercy, decide to frighten the Christian in a dream so that he may wake up. 

 

How it ends and whether mercy and justice reach their goal with their means, you will learn in April, at our performances!

 


Here further information about the oratory and the tickets!

 

For today I wish you a wonderful evening, a good night and a wonderful morning!

 

Yours,

Barbara Marie-Louise Pavelka

 

 

 

Chères Dames et Messieurs!

 

Aujourd'hui je veux vous parler de l'allégorie de la miséricorde.

 

Dans mes recherches, j'ai trouvé diverses images de miséricorde. L'ancienne forme de représentation était une femme allaitante. Ainsi la miséricorde nourrit ses enfants. Un autre tableau qui me vient à l'esprit est le Père Miséricordieux, ce merveilleux tableau de Rubens, que l'on peut voir dans l'original à Saint-Pétersbourg à l'Ermitage. 

 

 

Mais que signifie la miséricorde ? Nous avons tendance à confondre la miséricorde avec une certaine indifférence ou compassion. Le genre d'indifférence que je veux dire, c'est de comprendre que si quelqu'un a fait des bêtises et qu'il s'ensuivrait une punition pour s'abstenir de le faire. C'est en fait la grâce, ou c'est cette façon de balayer quelque chose sous le tapis ou de faire quelque chose par compassion. 

 

J'espère que vous comprenez ce que je veux dire. 

Mais la miséricorde n'a rien à voir avec l'indifférence, ni vraiment avec la compassion. La compassion est un sentiment, mais pas la miséricorde. 

 

Mais la miséricorde est un trait de caractère pour lequel la compassion n'est pas nécessaire. Ce n'est pas une générosité indigente. 

 

Dans le christianisme, il y a sept œuvres corporelles de miséricorde et sept œuvres spirituelles.

 

Les sept œuvres de miséricorde du corps sont,

 

- Les affamés mangent.

- Donner à boire à ceux qui ont soif.

- Habille la nue.

- Emmenez les étrangers.

- Visiter les malades.

- Visitez les prisonniers.

- Enterrer les morts.

 

Les sept œuvres spirituelles de miséricorde sont,

 

- Enseigner aux ignorants.

- Pour conseiller ceux qui doutent à juste titre.

- Le confort affligé.

- Réprimandez les pécheurs.

- Endurer patiemment les ennuis.

- Pardonner à ceux qui nous insultent.

- Priez pour les vivants et les morts.

 

Voilà pour l'introduction à ce qu'est la miséricorde. Maintenant, la question de savoir comment Mozart les décrit dans cet oratorio. 

 

Nous savons maintenant que la miséricorde et la justice sont sœurs. Mozart se concentre particulièrement sur les qualités spirituelles de la miséricorde. Il est intéressant de noter qu'à première vue, cela semble plutôt impitoyable. Ainsi elle et la justice discutent très longtemps avec l'esprit chrétien de sa demande et lui expliquent que son aide est inutile, avec ce chrétien. Elle admet qu'il est malheureux de voir tant d'âmes périr, mais elle dit clairement que c'est leur propre volonté. 

Alors elle dit : "Le premier, le plus grand, même le plus important commandement : aimer son Seigneur et Dieu de toute son âme, de tout son cœur et de toute sa force, semble être comme un fardeau pour son esprit paresseux". Et de même "Ils aiment l'ignorance de la doctrine de leur salut et de leur obligation.

 

Elle indique clairement qu'elle ne peut pas les aider s'ils ne sont pas disposés à les écouter. Dans son aria, elle décrit l'état des âmes avec une image très impressionnante.

"Un lion féroce rugit, remplissant la forêt de forêt, cherchant tout autour pour le cambriolage.

Mais le chasseur veut toujours dormir, pose le barrage, les armes, ne respecte pas la protection et les aides."

 

Le lion féroce est l'esprit du monde. Il se faufile et voit qui il peut dévorer. Et au lieu du chrétien, le chasseur, qui devrait savoir ce qui se passe, il décide de dormir, de ne pas regarder, de ne pas se défendre et de ne pas utiliser ses armes. Il n'utilise pas les moyens qui lui offriraient une protection, pas plus qu'il n'utilise les aides.

 

Je trouve cette image très forte, parce qu'elle montre non seulement que l'esprit du monde est comme un lion affamé, mais que le chrétien est en fait un chasseur, quelqu'un qui doit fournir un équilibre naturel. Non seulement il ne fait pas son travail, non, il s'offre même au lion en déposant les armes. 

Dans le dialogue ultérieur entre la justice et la miséricorde de l'Esprit du Christ, la miséricorde indique clairement qu'il y a suffisamment d'enseignants qui leur disent les paroles et la vérité, mais qui ne veulent pas les entendre, mais acceptent de trouver un dernier recours. Ce n'est qu'alors que la justice, en acceptant la miséricorde, décide d'effrayer le chrétien dans un rêve pour qu'il puisse se réveiller. 

Comment cela se termine et si la miséricorde et la justice atteignent leur but avec leurs moyens, vous apprendrez en avril, lors de nos représentations !

 


Voici plusieurs informations sur l'oratorio et les billets!

 

Pour aujourd'hui, je vous souhaite une merveilleuse soirée, une bonne nuit et une merveilleuse matinée !

 

Votre,

Barbara Marie-Louise Pavelka

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