Wer bin ich eigentlich? Who am I? Qui Suis-je?

1. deutsche Version

2nd English version

3ième la version française

Liebe Leserinnen und Leser!

Heute möchte ich mich euch vorstellen. Mein Name ist Barbara Marie Luise Pavelka und ich bin Opernsängerin und Schauspielerin. Und im Moment bin ich gerade ein bisschen in einer Umbruchsphase, denn es hat sich im letzten Jahr vieles Tolles eröffnet, aber es hat sich gegen Ende des Jahres auch wieder einiges verändert und da möchte ich euch jetzt ein bisschen vielleicht einen Rückblick geben.

Ich war für eine Zeit lang jetzt in einer Opernakademie in Deutschland. Aber da die Leiterin derzeit schwer krank ist, ist diese Opernakademie leider auf Eis gelegt und deswegen bin ich jetzt eigentlich wieder in Wien. Nachdem ich jetzt eine lange beschwerliche Reise der Gesangstechnik Perfektionierung hinter mir habe und der vielen Lehrerwechsel habe ich nun endlich eine Lehrerin gefunden, die sowohl die Zeit als auch die Kompetenz hat mir die letzten Perfektion beizubringen, die ich für mich selbst möchte.

Mir liegt einfach alles im Blut liegt, was mit darstellender Kunst zu tun hat, und im Herzen. Ich liebe es mich auf der Bühne auszudrücken und ich hab einige Freunde, Bekannte und Fans, die immer wieder von mir sagen, "wenn du auf der Bühne bist, bist du ein anderer Mensch und man merkt du bist dort einfach zuhause" - Ich liebe die Bühne. Ich weiß gar nicht wann mich das eigentlich ereilt hat. Ich kann‘s gar nicht wirklich sagen. Der Ruf zur Bühne, glaube ich, hat mich relativ früh ereilt und doch irgendwie spät.

Ich stand mein ganzes Leben auf der Bühne. Als Kleinkind habe ich am Laufsteg gemodelt, unter anderem für Kindermoden Cinderella in Wien. Ich habe als Kind viel getanzt, ich habe begonnen Theater zu spielen als ich 13 war. Und ich glaube das war so der erste bewusste Moment, wo mich das Feuer der Bühne einfach gepackt hat und wo ich einfach gewusst habe: Das ist es. Ich will einfach auf der Bühne stehen, ich will Theater spielen. Ich will singen. Ich will das alles. Und ich kann mich erinnern, es war im Sommer, ich glaube es war 1997. Ich war damals 13 und mein Vater hat mich zum Theaterworkshop angemeldet und der wurde von einer Schülerin der Elfriede Ott geleitet. Wir hatten damals das Vorspiel auf dem Theater gemacht, das ist aus Faust 1. Und ja, dieser ganze Theaterworkshop... am Anfang hatte ich überhaupt keine Lust, weil ich keine Lust hatte auf eine Verkürzung der Ferien.

Andererseits hatte ich große Lust, weil ich mir ein halbes Jahr vorher überlegt hatte, dass ich gern Schauspielerin werden wollte, aber gar nicht wusste was ich da eigentlich wollte. Und dann kam dieser Theaterworkshop und ich bin da auf der Bühne gestanden. Das war eigentlich gar nicht das größte Highlight. Das größte Highlight war in Wirklichkeit eigentlich die Rollen zu erarbeiten und wirklich in die Tiefe zu gehen, das Rollenstudium, an sich selbst zu arbeiten. Das hat mich einfach gepackt, das Improvisieren mit den Kollegen, der Teamgeist, das Zusammenarbeiten das zusammen ein Stück erarbeiten, in eine andere Rolle zu schlüpfen. Das war irgendwie... das hat mich einfach total erfüllt.

Was sicher auch ein wenig vielleicht mitspielen mag ist die Anerkennung. Ich glaube, ich bin ein ziemlich kluger Mensch, ich kann auch Anerkennung über andere Dinge bekommen, ich muss dazu nicht unbedingt auf der Bühne stehen, ich bekomme das auch so, mittlerweile.

A Lyrical Singers Life - Barbara Marie-Louise Pavelka

Aber auf der Bühne zu stehen und den Leuten etwas zu schenken, etwas zu geben, das ist schon etwas ganz Besonderes und wenn man dann weiß, die Leute gehen raus und bedanken sich bei dir, weil sie einfach wirklich einen schönen Abend hatten und man vielleicht auch ihren Horizont ein wenig erweitert hat oder sie von ihrem Alltag einfach abgelenkt hat oder ihnen ein Ventil gegeben hat eine Emotion rauszulassen, die sie sonst nicht rauslassen können. Was auch immer es ist, was die Menschen berührt, ich weiß es nicht. Ich bin einfach nur glücklich, wenn ich Menschen in ihrem Herzen durch mein Schauspiel und durch meinen Gesang berühren kann.

Ich bin dann einfach Schauspielerin geworden. Und nachdem ich aber eigentlich eine gute Gesangsstimme habe und mich immer Operngesang, und auch Pop und Musical ein bisschen - und Jazz - interessiert hat, habe ich dann wirklich begonnen klassischen Gesang zu studieren und habe dann eine Zeit lang begonnen Chansonabende zu gegeben, mit französischen Chansons. Ich liebe Frankreich. Frankreich ist so ein schönes Land und entgegen vieler anderer Menschen habe ich nie erlebt, dass Franzosen ungut zu mir waren. Ich habe mit Franzosen immer eine schöne Zeit gehabt und ich bin mit ihnen immer zurechtgekommen und ich spreche auch fließend Französisch - mittlerweile - und das war auch so ein Meilenstein in meinem Werdegang, der für mich auch ein besonderer Moment war, weil ich auch französische Lieder, französische Chansons liebe und auch die französische Sprache für sich beim Singen einfach unglaublich schön und wunderbar anfühlt und das ist einfach wirklich schön.

Ich habe auch eine Auszeit in Frankreich gemacht und ein halbes Jahr in einem Kloster mitgelebt, weil ich in einer Zeit war, in der für mich nicht ganz klar war in welche Richtung es jetzt wirklich gehen soll, und ich bin sehr, sehr glücklich, dass ich das gemacht habe.

Und in dieser Zeit habe ich dann eigentlich auch beschlossen nochmals zu studieren, und zwar Gesangspädagogik, für Sologesang, also Lied, Oper, Oratorium und Jazzgesang als Zweitfach. Mittlerweile leben wir in einer Zeit, in der es nicht mehr unmöglich ist sowohl klassischen als auch Jazzgesang zu machen. Ich persönlich glaube sogar, dass sich diese beiden Gesangsstile wesentlich positiver beeinflussen können als negativ, da es im Jazz auch noch keine einheitliche Technik gibt. Wenn man seine Stimme kennt, wenn man die Technik kann, dann sage ich euch, es ist kein Hindernis. Es ist möglich beides auf einem wirklich guten und professionellen Niveau zu machen. Man muss sich der Unterschiede klar sein, man muss mit der Stimme natürlich gut umgehen. Und man muss auch beim Jazz schauen, dass man einen Weg der Technik findet, der nicht der klassischen Technik widerspricht und dagegen arbeitet. Aber jemand der seine Stimme im Griff hat und die Technik kennt, der kann das. Und was mir wirklich hilft, ist, das mein erstes Herangehen an Stimme, an Stimmbildung eigentlich die Sprechtechnik ist. Ich komme vom Schauspiel ganz ursprünglich. Ich habe das früh angefangen. Für mich ist das - Ich merke das immer wieder wenn ich auf der Bühne bin und ich kriegs auch immer wieder bestätigt, - bis zu einem gewissen Grad zur zweiten Natur geworden ist.

Besonders natürlich auch wenn ich schauspiele, weil ich das einfach schon sehr lange mache. In meinem Werdegang war für mich eigentlich das größte Hindernis, das ich in einer Kunstrichtung ein Profi war und in einer anderen gerade im Werden und es noch nicht immer schaffe diese beiden Kunstrichtungen mit der gleichen Professionalität zu verbinden. Ich mache diesen Podcast, weil ich euch wirklich auch an den Kämpfen, die man innerlich hat als Sängerin, als Künstlerin, als darstellende Künstlerin hat, teilhaben lassen möchte. Es ist wirklich ein Kampf, wenn man von Schauspiel hinüber wechselt in den klassischen Gesang. Wenn man sein Fach als Schauspiel, als Schauspielerin versteht, wenn man Gedichte interpretieren kann, wenn man Rollen erarbeiten kann, und dann willst du eine klassische Rolle erarbeiten und du merkst einfach, dass du technisch, Gesangstechnisch noch nicht soweit bist, dass es funktioniert. Und entweder geht die Technik schief und es passt das Schauspiel oder es passt die Technik aber du schaffst es einfach noch nicht, das so im kleinen Finger zu haben, dass du wirklich dein Bühnenviech, wenn ich das jetzt einfach mal so sag, rauslassen kannst. Das ist eine Sache, mit der ich wahnsinnig lange gekämpft habe. Ich habe auch wahnsinnig lang mit einem Missverständnis in mir gekämpft, wo mir eine Zeit lang die schauspielerische Sprechtechnik eigentlich ein bisschen für die klassische Gesangstechnik im Weg stand oder scheinbar im Weg stand. Mittlerweile habe ich festgestellt, dass ich jetzt eigentlich wieder zurückkomme und dass sich das bei weitem gar nicht so im Wege steht wie es sich eine Zeit lang angefühlt hat. Ich kann wirklich sagen, man muss als Künstler viel durchbeißen. Ich glaube, das Schlimmste ist, wenn man aufgibt.

Und jetzt, bin ich einfach wirklich froh, dass ich jetzt auch bei einer sehr guten Gesangslehrerin gelandet bin. Ich habe mein künstlerisches Diplom abgeschlossen. Also ich bin mit allen Ausbildungen an sich fertig, aber ich habe für mich gemerkt, es fehlt mir ein bisschen, der letzte Feinschliff, für die wirkliche Perfektion in der klassischen Gesangstechnik so wie ich es für mich möchte und wie ich es für mich und für meinen künstlerischen Anspruch in Ordnung ist.

Und genau daran arbeite ich jetzt und genau deswegen habe ich mich auch im letzten halben Jahr öffentlich zurückgezogen für diejenigen die drauf warten, dass ich wieder Konzerte gebe. Es kommt im Advent meine Weihnachtstournee, anschließend ein Konzert mit Arie Antiche Arien und im April 2019 das erste Oratorium von Mozart. Das ist dann das erste was ich nach langer Zeit wieder singe. Also lange Zeit, nach einigen Monaten. Aber mir ist es wirklich wichtig, weil ich für mich selber einfach diesen Perfektionsanspruch hab. Mich jetzt, mir jetzt wirklich die Zeit zu geben und auch zu nehmen sowohl Produktionstechnisch, Managementtechnisch als auch Marketingtechnisch und vor allem aber auf künstlerischer Weise wirklich mich zu perfektionieren. Für mich ist dieses Jahr 2018 ein Jahr der Perfektion und ein Jahr des Überlegens wie ich die Dinge gut angehe, wie ich mich wirklich positionieren will.

Das ist mein Werdegang ein bisschen paraphrasiert auch was jetzt gerade eben Künstlerisch bei mir los ist und ich hoffe wirklich, dass ihr vielleicht ein bisschen einen Eindruck bekommt, dass man als Künstler und - gerade auch im klassischen Musikbereich - wirklich lange arbeiten muss. Ich habe für eine klassische Sängerin spät angefangen, sehr spät angefangen. Ich habe mit 25 erst angefangen zu studieren. Ich habe mit 22 angefangen klassischen Gesangsunterricht zu nehmen. Ich habe mit 19 angefangen Schauspiel zu studieren. Ich habe erst nach dem Schauspielstudium wirklich angefangen mit klassischen Gesang und mit 25 habe ich dann angefangen noch Jazzgesang dazu zu machen also ihr seht ich habe wirklich - für eine klassische Sängerin - sehr spät begonnen. Das Gute an der Sache ist, dass ich kein lyrischer und kein Koloratursopran bin, sondern ein jugendlich dramatischer Sopran also ein Spintosopran und das ist eigentlich mein Vorteil, weil gerade Spintosoprane, - man sagt das, jeder der sich mit Oper auskennt, weiß es, - ohnehin erst mit 35 so richtig auf die Höhe kommen und ich muss sagen, ich glaube für mich stimmt das voll und ganz und deswegen habe ich ja auch wirklich diese Zeit, die ich mir gerade nehme. Ich werde euch Hintergrundinfos erzählen, Infos über das Stück, über die verschiedenen Arien auch bei Arie Antiche, aus welchen Opern die stammen, die Geschichten der Opern und ja warum diese Arien interessant sind und vor allem für diejenigen die nicht italienisch können oder schon gar nicht Opernitalienisch was ja nochmal spezieller ist, werde ich euch die Arien übersetzen, damit ihr auch wisst, was denn eigentlich der Text bedeutet und ihr euch somit ein bisschen vorbereiten könnt, ich euch darauf vorbereiten kann und mich würde natürlich wahnsinnig interessieren was euch genau interessiert.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir eine Nachricht zukommen lässt - mir entweder eine Textnachricht oder vielleicht auch eine Audionachricht schickt. Ihr könnt das, glaube ich, eh über die Podcasts machen, ich glaube da gibt es eine Nachrichtmöglichkeit. Falls es dort nicht die Möglichkeit gibt könnt ihr mir auch schreiben über das Kontaktformular auf meiner Homepage und ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn ihr mir einfach sagt, was euch interessiert, welche Fragen ihr vielleicht habt und ich werde euch Rede und Antwort stehen.

Somit lasse ich euch jetzt und wünsche euch einen wunderschönen Abend, eine gute Nacht oder auch eine guten Morgen und einen wunderschönen Tag und bleibt mir gewogen!

Eure Barbara Marie-Louise Pavelka

-> English Version

Dear readers!

Today I want to introduce myself. My name is Barbara Marie Louise Pavelka and I am an opera singer and actress. And right now I'm in a bit of a state of upheaval, because a lot of great things have opened up in the last year, but at the end of the year a lot has changed and I would like to give you a little bit of a retrospective.